Mein dritter Monat hier in Guatemala war vor allem gepraegt von drei Faktoren: dem Englisch-Examen, der Auffuehrung von Koenig der Loewen (Rey de Leons) und dem Abschied von weiteren Volunteers…
Der aufmerksame Leser hatte ja schon zwischendurch Mal die Chance ein wenig zu lesen, als ich meinem Aerger total frustriert Luft verschafft habe!
Aber heute will ich erstmal mit einer lustigen Geschichte aus der ersten Woche nach meinem zweiten Descanso anfangen, der Jagd auf 4 Skorpione:
Es kommt ja immer wieder oder hier besser sehr oft zu Unterrichtsausfaellen und das, aus allen moeglichen Gruenden…
Neulich war aber ein untypischer dabei: Die gemischte Klasse aus 5 und 6 hatte sich gerade beruhigt und wir mit dem Unterricht angefangen, als Joselyn, das aelteste Maedel hier und eigentlich sehr gewissenhaft, auf einmal mitten im Unterricht aufsteht. Von den Dachbalken ist ein Skorpion neben sie gefallen!
Ich probiere erstmal die Klasse von einem totalen durcheinander zu bewahren und zu beruhigen, als sie sagt, dass da noch ein anderer Skorpion sitzt. Den Ersten jagen die Kids waehrend meiner Ansprache schon, aber er entkommt leider…
Waehrend wir Nummer 2 “erledigen” findet Joselyn dann auch noch Skorpion Nummer 3 und 4. Beide werden von uns gestellt und getoetet.
Josy stellt danch wohl zu recht fest, dass ich in meinem Klassen eine Skorpionplage habe! Seit dem habe ich aber auch keinen Einzigen mehr gesehen…
Noch ein kleiner Nachtrag fuer alle, die jetzt um mein Leben fuerchten: Neulich hat ein Skorpion den kleinen Hector gestochen! Ich dachte bis zu dem Tag immer, dass die Skorpione fuer Erwachsene aufgrund des Koerpergewichts “nur schmerzhaft”, aber fuer Kinder gefaehrlich sind! Aber auch Hector ist nach 2 Stunden ohne Gegengift etc. wieder mit uns schwimmen gegangen! Gott sei Dank, er ist naemlich eines der offensten und somit lustigsten Kinder hier…
Am Wochenende danach stand dann leider der Abschied von Chris auf dem Programm! Chris aus Kalifornien und Orientador fuer die grossen Jungs, war einer der Volunteers, die mit mir in der Karwoche im Restaurant gekellnert haben und somit einer der ersten Volunteers die ich besser kennengelernt hatte…
Leider hatten wir durch die unterschiedlichen Aufgaben, die er als Orientador (die Orientadors leben mit den Kindern und sind sowas wie der Elternersatz) hat waehrend der Schulzeit seine freien Stunden und ich als Lehrer (habe meine freie Zeit natuerlich vor allem nach der Schule…) nicht soviel Zeit wie damals erhofft um miteinander rumzuhaengen, zu reden und zusammen Gitarre zu spielen!
Trotzdem war es krass, dass die Zeit so schnell vergangen war und er schon gehen musste!
Chris war am Schluss froh, dass seine Zeit rum war, den der Job als Orientador der Varones Grandes (grosse Jungs, im folgenden als VG) ist evtl. der Haerteste hier!
Traurig fuer mich war zu sehen, dass nur einer seiner Jungs kam um ihn zu verabschieden! Das zeigte mal wieder, was die VG fuer eine Meinung von den Volunteers haben…
In der zweiten Woche habe ich dann meine Examen mit meinen Klassen geschrieben! Neben der frustrierenden Aktion von Senora Lilly, unserer Direktorin (siehe Artikel “Woche 9 und 10″ unten) war vor allem das Ergebniss frustrierend.
Nur ein Maedel hat das Examen bestanden. Natuerlich war es schwer, aber bei der Korrektur ist mir vor allem eine Sache aufgefallen: Die Kinder haben zum Grossteil Nichts und zwar Garnichts gelernt! Da ist es ja kein Wunder! Ich hatte ja vorher schon Zweifel, ob das Anwenden von Possesiv Pronomen und der Formen von to be (sein) zu schwierig waere, aber wenn man diese ca. 20 Woerter noch nichtmal gelernt hat, dann kann man sie natuerlich hundertprozentig auch nicht anwenden.
Frustrierend auch, dass einige Kids spicken oder besser probieren zu spicken und zwar mit dem Zetteln, die ich am Abend vorher fuer sie geschrieben hatte, um ihnen das ganze nochmal zu erklaeren…
Diese Kids haben dann Abends (waehrend alle andere einen Film schauen durften, wie jeden Mittwoch) das Examen zusammen mit mir korrigiert, was zu einer deftigen Diskussion am naechsten Abend zwischen den Volunteers gefuehrt hat.
Waehrend dieser Situation, wurde dann auch die Motivation der guatemaltekischen Lehrer angesprochen, was zu einer grossen Krise mit den Lehrern gefuerhrt hatte.
Ergebniss davon war aber, nachdem sich die Gemueter wieder beruhigt hatten, dass die Volunteers die als Lehrer arbeiten deutlich besser in die Schularbeit integriert wurden. Von dem Gesichtspunkt hat sich der ganze Aufwand und Aerger also gelohnt…
Am Wochenende danach stand dann leider der Abschied von Andrea (aus England) auf dem Programm. Auch sie war waehrend der Semana Santa mit uns am Arbeiten und war die Orientadora fuer die Niñjas Pequeñas, die kleinen Maedels…
Meine letzte Arbeitswoche in diesem Monat stand dann ganz unter dem Gesichtspunkt des Koenig des Loewens. Jorge ein Volunteer aus Madrid/ Spanien, hatte seit Wochen mit den Kindern Taenze und Schauspielerei geuebt und eigentlich alle Kinder, Lehrer und Volunteers waren irgendwie in die Vorbereitungen eingespannt.

Rey Leon – Lion King performed by the children of Casa Guatemala
Die negative Seite wie Unterrichtsausfall und erheblicher zusaetzlicher Stress waren dabei aber einfach viel geringer wie der positive Effekt fuer die Kinder und als sie den Koenig der Loewen dann am Freitag zum ersten Mal im Kinderheim aufgefuehrt haben war es einfach nur toll!
Die Kostueme, das Buehnenbild, quasi gemacht aus dem Nichts!
Die Choreographie und die Texte der Kinder! Genial, wenn man bedenkt, dass dies das erste Theater war und wie schwer es fuer die Kinder hier ist sich zu konzentrieren und wie sie sich normalerweise wehren etwas zu lernen!
Ich kann Jorge und seinem Team einfach nicht zu viel dafuer danken…
Aufgefallen ist mir und allen anderen Volunteeren aber das Verhalten der Guatemalteken: Klatschen etc. gibt es hier nicht und somit war es schwer etwas Stimmung aufkommen zu lassen! Ich wuerde gerne mal wissen warum das so ist! War es evtl. fuer viele Leute hier das erste Mal in einem Theater oder Musical und sie wissen Nichts damit anzufangen oder wie man sich verhaelt??? Oder ist es einfach die Kultur? Und was denken die Leute von den “Gringos” die Klatschen, Rufen, Pfeiffen, Tanzen etc.???

All people involved in Lion King
Am Wochenende stand dann wieder ein Abschied auf dem Programm: Javier oder Javi aus Barcelona und zu erst Lehrer und dann Orientador fuer die VG verlaesst uns schon wieder. ..
Auch das ist sehr traurig fuer mich, da er immer sehr langsam mit einem gesprochen hat und somit der perfekte Partner zum Spanischlernen war und da wir zusammen in El Salvador waren und wir somit die meisten gemeinsamen Erfahrungen haben…
Naja, aber bevor er dann wirklich zurueck fliegt sind wir erstmal in unseren 2. gemeinsamen Descanso nach Copan/ Honduras und nach Antigua…
Fotos folgen…
ps.: Ach so, natuerlich werden wir nicht immer weniger Volunteers sondern wir haben auch 2 Neue, Francoise aus Kanada wird die anderen Englisch und Sportstunden von Valerie uebernehmen, die Ihre Position wechselt und Paco aus Gran Canaria wird Jorge als Lehrer der ersten Klasse ersetzen, weil auch er naechste Woche geht:-(
pps.: So, dann machts mal alle gut und ich freu mich ueber Mails etc aus Deutschland oder woher auch immer… In diesem Sinne, hasta pronto…




















































